Merkantiler Minderwert

Nach einem unverschuldeten Verkehrsunfall hat der Geschädigte in der Regel Anspruch auf Ersatz der so genannten merkantilen Wertminderung. Dabei handelt es sich um den Betrag, den der geschädigte Autofahrer für sein Fahrzeug auch nach einer fachgerechten Reparatur bei einem Verkauf von einem potentiellen Käufer weniger erhalten würde, weil diesem Käufer gegenüber darauf hingewiesen werden muss, dass es sich um einen reparierten Unfallschaden handelt. Bei der Bemessung des Wertminderungsbetrages werden die wesentlichen beeinflussenden Faktoren wie Anzahl der Fahrzeughalter, Zustand, Wert, Marktlage, Schadenumfang, Reparaturweg und Erfahrungswert zugrunde gelegt. Weiterhin wird die regionale Marktsituation für des Fahrzeug beachtet. Die merkantile Wertminderung ist nicht grundsätzlich beschränkt auf Fahrzeuge jünger als 5 Jahre oder Laufleistung weniger als 100.000 km. Nach der neueren Rechtsprechung BGH VI ZR 357/03 fällt eine merkantile Wertminderung je nach Schwere der Reparatur unabhängig von den vorgenannten Kriterien an. Auch bei fiktiver Abrechnung ist eine merkantile Wertminderung auszugleichen.

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